Gemeindebriefe

Liebe Gemeinde!

An unserem Geburtstag gedenken wir Jahr für Jahr unserer Geburt. Der Geburtstag ist ein kleines Abbild der Geburt: wie damals ein Leben begann, so beginnt nun ein neues Lebensjahr.

Wie der Geburtstag kehren auch die Jahresfeste immer wieder; darunter Weihnachten, der Geburtstag Jesu. Die rhythmische Wiederholung gehört zum Wesen des Menschen. „Ein für alle Mal“ geht nicht. Wir müssen immer wieder anfangen. Immer wieder „geboren werden“. Immer wieder unsere Entschlüsse bekräftigen. Den Entschluss zur Taufe etwa bekräftigt der Jugendliche durch die Konfirmation. Das Bekenntnis zur göttlichen Dreifaltigkeit bekräftigen wir als Erwachsene durch jede neue Bekreuzigung; das Bekenntnis zum Christus durch jede neue Kommunion. Auch das Bekenntnis zu einem Menschen – z.B. in der Ehe – muss immer wieder neu erbracht werden. Das weiß jeder. Aber warum? Geist ist flüchtig! Das macht uns frei. Immer aufs Neue müssen und dürfen wir entscheiden, ob und wie es weiter geht und wohin wir unsere Schritte lenken wollen. So können wir unseren Kurs korrigieren. Der gesunde Weg des Menschen verläuft nicht geradeaus, sondern in stetiger Schwingung.

Wollen wir mit dem Advent das Heilige Jahr aufs Neue initiieren? Wenn ja: mit welcher besonderen Intention? Wollen wir aufs Neue darum bitten, dass der Christus geboren werde – wie damals in Bethlehem, so heute in unserer eigenen Seele? Und wollen wir aufs Neue versuchen, seinem Stern zu folgen, wie damals die Heiligen Drei Könige? Wo und wofür steht sein Stern, der meiner werden soll – 2018?

Ihr Marc Jungermann